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SALVADOR DA BAHIA
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STRÄNDE
In Salvador findet man sie am Porto da Barra oder in Itapuã. Zwischen diesen
beiden Stränden gibt es vielerlei
Auswahl. An der Nordküste von Salvador, gleich hinter Itapuã,
beginnt die Grünlinie der Kokospalmküstenstraße, die sich bis zum Ort Praia do Forte
erstreckt, auch bekannt als das brasilianische Polynesien, eine der Brutstätten der
Meeresschildkröten. In der Baía de Todos os Santos, der Allerheiligenbucht, der
größten Brasiliens, finden wir 50 Inseln mit unzähligen Badestränden. Itaparica ist
die größte und bedeutendste Insel, mit dem Kontinent durch einen Ferryboatbetrieb und
mit der Gegenküste durch eine Brücke verbunden. Itaparica weist ein tadellose
Hotelinfrastruktur auf.
KULTUR
João Gilberto schuf den Bossa Nova. Die Musik änderte auch den Karneval: auf dem Trio
Elétrico, den in einen Lautsprecherwagen verwandelten LKW, erschienen Anfang der achziger
Jahre neue Rythmen und eine neue Generation von Künstlern. In den bildenden Künsten
werden von der gesamten Welt die Werke von Caribé, Mario Cravo, Calazans Neto, Carlos
Bastos und Hansen Bahia anerkannt. Die Theaterschule von Bahia bildet Schauspieler aus und
bringt Aufführungen von landesweiter Bedeutung. Die Filmindustrie ist durch Glauber
Rocha, dem Schöpfer des neuen Films bereichert und im Ausland bekannt geworden. Die
Literatur ist mit Jorge Amado und João Ubaldo Ribeiro vom typischen Wesen des Bahianers
geprägt. Viele Einflüsse, viele Künstler. Der Bahianer gibt sich damit aber noch nicht
zufrieden. Er schafft seine eigene Kunst. Die Kultur im Land vereint die afrikanischen und
europäischen Einflüsse. Die Orginalität und die Wurzeln sind im Capoeira, jenem Tanz,
der auch sofort zum bitteren Zweikampf ausarten kann, im Samba de Roda (Sambareigen), im
Maculelé und im Afroxé bewahrt. In Salvador oder im Hinterland, jeder Ort hat seine
Festlichkeiten, seine Tradition und seine Art, die Geschichte des Volkes zu erzählen.
GLAUBENSBEKENNTNISSE
Der Bahianer ist katholisch bedingt durch den Einfluß der portugiesischen
Kolonisation. Daher gibt es in Salvador viele Kirchen. So viele, daß der Dichter 365
zählte. Für jeden Tag im Jahr eine. Der Bahianer ist aber auch im Candomblè eingeweiht,
jenem religiösen Erbgut der aus Afrika eingeführten Sklaven. Unter den verschiedenen
Etnien, die größtenteils von der Senzala (Sklavenhütte) verschmolzen wurden, sind die
Überlieferungen der Yorubá (Nagô) heute noch am stärksten im bahianischen Kulturgut
bemerkbar. Die Sklaven waren einst gezwungen, ihren Glauben vor ihren Herren, den
Besitzern der Zuckerrohrplantagen zu verbergen. Sie stellten eine mystische Verbindung
zwischen den katholischen Heiligen und den Orixás des Candomblè her. Diese Mischung
schuf Friede. Der Bahianer feiert das Fest des Senhor do Bonfim (Herr des Guten Endes) in
weißer Kleidung, der Farbe Oxalás, Orixá des Candomblè, der dem katholischen
Schutzpatron Bahias entspricht, auf dem von Schwarzen sowie von Weißen verehrten
"Heiligenhügel" mit der Kirche des heiligen Senhor do Bonfim. Während der
Feste, die zum Großteil religiöser Prägung sind, erfüllt der Bahianer mit gleicher
Inbrust beide Rituale und verehrt zur gleichen Zeit die Götter des Candomblè und die
katholischen Heiligen. In Salvador und im Hinterland Bahias, besonders im
"Recôncavo", dem Umkreis der Bucht, gibt es simultane Feste in Kirche und
Candomblèhaus.
FESTLICHKEITEN
Noch vor dem eigentlichen Beginn des Sommers, am 4.Dezember, findet das Fest der
Heiligen Barbara, welche im Candomblè Insã heißt, statt. Und weiter geht das lustige
Treiben über das Fest von Arembepe, bis hin zum Karneval. Bis zum nächsten Dezember
gehen die Feste weiter, Micareta im Hinterland, eine Art zeitverschobenen Karnevals und
São João, einer Art Sonnwendfeier, im Juni. Nach der Heiligen Barbara, der zu Ehren das
Volk den Carurú, jene typische bahianische Speise serviert, kommt das Fest Nossa Senhora
da Conceição (Unsere liebe Frau der Unbefleckten Empfängnis). Am Neujahrstag findet die
Schiffsprozession zu Ehren von Nosso Senhor dos Navegantes (Unser Herr der Seefahrer)
statt. Die Lavagem do Bonfim (Waschung der Bonfimkirche) geschieht am zweiten Donnerstag
im Januar mit einer kilometerlangen Prozession durch die Straßen der Unterstadt. Das Volk
folgt zu Fuß und wäscht die Treppen der Bonfimkirche am geheiligten Hügel. Der 2.
Februar ist der Tag, an dem Iemanjá Geschenke gebracht werden. Blumenkörbe und
Parfumfläschchen werden am Strandviertel namens Rio Vermelho mit Booten aufs Meer
hinausgeführt. Spült die Flut die Opfergaben nicht wieder an den Strand zurück, so hat
Iemanjá sie angenommen und es wird alles gut werden. Alle Feste haben ihren profanen und
religiösen Inhalt, mit vielen Speisen und Getränken. Dann tanzt das Volk wieder hinter
dem Trio Elétrico, der den Karneval ankündigt, das an Schwung und Beteiligung größte
Volksfest. Bahianer und Besucher vergnügen sich, tanzen und hopsen bei der vom Trio
Elétrico dröhnenden, 100.000 Watt starken Musik, oder beim schwarzen Rhytmus der
Afoxés, wie z.B. Filhos de Gandhi, oder bei den Umzügen der Afro-Gruppen, wie z.B.
Olodum.
BAHIANISCHE KOCHKUNST
Dendêöl (ein Palmöl), Kokosnußmilch, afrikanischer Pfeffer und
Gewürzkräuter gehören zu fast allen Gerichten dieser reichen und köstlichen Küche,
mit anziehender Farbigkeit und markantem Geschmack. Acarajé und Abará, Symbole des
Verkaufsstandes der Bahianerin, gibt es an allen Ecken der Stadt. Fische, Krabben,
Langusten und andere Seetiere geben ihr Geheimnis in der rechten Mischung der Gewürze
feil. Als Beilage gibt es Caruru, Vatapá, Dendêmehl, Fradinhobohnen, Xinxin, Popkorn,
Efó und natürlich den obligaten weißen Reis. Der indianische Einfluß kommt mit dem
Maniokmehl zur Geltung, bei der Zubereitung der Farofa de Dendê, ein in Dendêöl
geröstetes Maniokmehl. Als Aperitif, ein Mixgetränk aus Tropenfrüchten, verfeinert den
Geschmack. Man trinkt auch gerne eine Caipirinha aus einer halben zerdrückten Limone,
etwas Zucker und Zuckerrohrschnaps, die sogenannte Cachaça de Cana. Als Nachtisch, um den
starken Geschmack des Dendêöls und das Brennen des Pfeffers wegzunehmen, bekommt recht
gut ein natürlicher Fruchtsaft, und große Stücke von Saisonfrüchten, wie Mango, Umbú,
Cajú, Cajá, Seriguela, Abacaxi oder Wassermelone. Oder eben eine der magischen
Süßspeisen, die Bahia von der portugiesischen Küche geerbt hat. Ganz zu schweigen von
den aus geriebener trockener Kokußnuß zubereiteten Süßigkeiten Cocadas, Quindins,
Papo-de-Ano und Bom Bocado. Dieses kulinarische Ritual zeigt der Bahianer dem Besucher mit
Vorliebe, denn es liegt in seinem Wesen die Genüsse zu teilen, welche das Land ihm
bietet.
HISTORISCHES UND MODERNES SALVADOR
In Bahia finden wir eins der reichsten architektonischen Erbgüter Brasiliens.
Hier lebt man mit den Wahrzeichen der
Geschichte. Man duzt sie. Eins dieser
Wahrzeichen sind die Festungen, die einst die Verteidigungslinie der Küste ausmachten. Es
gibt aber auch unzählige Exemplare ziviler und religiöser Architektur mit Etagenbauten,
Kirchen, Palästen und Klöstern, bei denen der Barockstil vorherrscht. Salvador ist eine
Stadt mit zwei Ebenen, der Ober- und Unterstadt. Das historische Zentrum weist den
größten portugiesischen Barockbaukomplex ganz Südamerikas auf. Der Pelourinho wurde von
der UNESCO zum kulturellen Eigentum der Menschheit erklärt und anerkannt. Salvador ist
aber auch das Symbol einer modernen und mutigen Architektur. Die Ausdehnung der Stadt
brachte eine revolutionäre Architektur hervor, mit Gebäuden aus kunstvoll
zusammengefügten geometrischen Formen und mit starken Farben versehen, ohne aber das
Landschaftsbild anzugreifen. Also in vollkommenem Einklang mit der Altstadt und ihren
Kolonialbauten.